Rund 80 interessierte Teilnehmende kamen in der vergangenen Woche im Ratssaal in Epe zu einer Informationsveranstaltung über Bodenbewegungen im Bereich des Kavernenfeldes Epe zusammen. Zu den Gästen zählten neben Bürgerinnen und Bürgern auch Vertreter der Kavernenspeicherbetreiber, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte der Euregio-Gesamtschule Epe. Ebenfalls anwesend waren Bürgermeister Jörg von Borczyskowski und Stadtbaurat Ralf Groß-Holtick.
Der Bürgermeister eröffnete die Veranstaltung und begrüßte die Anwesenden. Im anschließenden Fachvortrag wurden zunächst aktuelle Erkenntnisse zu Bodenbewegungen im Zeitraum von 2015 bis 2025 vorgestellt. Grundlage der Analyse sind Satellitendaten der Sentinel-1-Mission des europäischen Copernicus-Programms, die seit 2015 eine kontinuierliche Beobachtung von Bodenbewegungen ermöglichen.
Anhand ausgewählter Zeitreihen für einzelne Objekte im Kavernenfeld Epe wurde deutlich, dass sich die Bodenbewegungen sehr heterogen darstellen. Die Auswertungen zeigen, dass sich bergbaulich induzierte Effekte mit natürlichen Einflüssen überlagern. Zu den natürlichen Faktoren zählen insbesondere Veränderungen der Niederschlagsmengen und der damit verbundenen Bodenfeuchte.
Im zweiten Teil der Präsentation standen Bodenbewegungen entlang der Fließgewässer Flörbach, Schwarzbach, Rottbach und Dinkel im Fokus. Die Analyse der Daten aus den Jahren 2015 bis 2025 zeigt, dass auch außerhalb des direkten bergbaulichen Einflussbereichs Bodenbewegungen auftreten, insbesondere entlang der Gewässerläufe. Eine Auswertung der jährlichen Standardabweichungen der Bewegungen verdeutlicht, dass diese Bereiche eine vergleichsweise hohe Dynamik aufweisen.
Ergänzend wurden Prognoserechnungen der Bodenbewegungen bis zum Jahr 2070 sowie rückgerechnete Entwicklungen bis 1972 vorgestellt. Dabei zeigte sich, dass der Flörbach deutlich bergbaulich beeinflusst ist. Auch am Schwarzbach und am Rottbach sind entsprechende Effekte erkennbar, jedoch in geringerem Ausmaß. Für die Dinkel lässt sich hingegen nur ein begrenzter bergbaulicher Einfluss feststellen.
Ein zentrales Fazit der Veranstaltung lautet daher, dass zukünftige Maßnahmen entlang der Fließgewässer einen integrierten Ansatz erfordern. Neben bergbaulichen Einflüssen müssen auch natürliche Prozesse berücksichtigt werden, um Entwicklungen im Landschafts- und Gewässersystem umfassend zu verstehen.
Der anschließende Austausch mit den Teilnehmenden zeigte das große Interesse der lokalen Öffentlichkeit am Thema. Die Veranstaltung bot damit eine wichtige Plattform für Information und Dialog zwischen Wissenschaft, Kommune, Betreibern und Bürgerschaft.
